| Keratokonus - Stadiengerechte Therapie nach Krumeich |
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Zur Information über die stadiengerechte Therapie, so wie wir sie vorschlagen, geben wir Ihnen die folgenden Hinweise: Wir haben uns seit 15 Jahren wesentlich mit dem Thema des Keratokonus befasst. Wir sind der Ansicht, dass die gegenwärtige, fast durchgehend übliche Empfehlung, den Konus so lange mit Kontaktlinsen zu behandeln bis diese nicht mehr vertragen werden, falsch ist. Diese Empfehlung führt dazu, dass die betroffenen Patienten über Jahre nur mit Kontaktlinse (CL) ein brauchbares Sehvermögen haben. Wenn die CL nicht mehr vertragen werden, ist der Konus inzwischen so weit fortgeschritten, dass dann notwendigerweise eine konventionelle Hornhaut-Transplantation durchgeführt werden muss. Die Innenschicht der transplantierten Hornhaut degeneriert aber innerhalb weniger Jahre. Die Frequenz der Wiederholungsoperationen ist nach 10 Jahren bereits mehr als 50% (Quelle: The Australian Corneal Graft Registry 2004 Report, eine Untersuchung an 11.000 Operationen). Die dort genannten Zahlen entsprechen weitgehend unserer Erfahrung an hier durchgeführten 4.000 Hornhautübertragungen. Die Krankheit wird durch eine Hornhautübertragung in ganzer Dicke nicht geheilt, sondern es erfolgt dabei nur temporär eine Besserung. Wir halten deshalb die Empfehlung, eine Therapie durch Kontaktlinsentragen hinauszuzögern nicht mehr für vertretbar, da bei fast allen Keratokonus-Patienten die Hornhaut-Innenschicht gesund ist und unbedingt erhalten werden sollte. Nur durch die Erhaltung eigenen Innenschichten der Hornhaut kann eine Heilung erfolgen. Das Ziel der stadiengerechten Therapie ist es deshalb, die eigene Hornhaut der Patienten zu erhalten. Dazu gibt es folgende Möglichkeiten: Unter Voraussetzung der Stadieneinteilung, wie sie in folgender Tabelle dargestellt ist, empfehlen wir für die Stadien I und II die Verfahren, die den Oeratokonus zum Stillstand bringen.
Stadium I+IIDie cirkuläre Keratotomie (CKT) ist ein Einschnitt in des Patienten eigene Hornhaut mit Hilfe des Geführten Trepansystems (GTS). Hierbei wird die Hornhaut mit einem speziellen Saugring fixiert und die unregelmäßige Hornhautoberfläche innerhalb des Trepans gerundet und entsprechend der vorher gemessenen Hornhautdicke auf 90% der Tiefe genau trepaniert.(Fig.1) Ziel des Verfahrens ist es, eine cirkuläre Narbe zu erzeugen, die wesentlich fester ist als das vom Konus befallene Hornhautgewebe. Wir haben in einer statistischen Analyse von 189 konsekutiven Fällen eine fast vollständige Stabilität der Radien mit diesem Verfahren festgestellt. (Fig.2) Die Topographien - Bilder der Oberfläche der Hornhaut -, 6 Jahre auseinander, zeigen die Stabilität. (Fig.3) Es ist aber nicht nur eine Stabilität zu erwarten, sondern in 50% kann eine Verbesserung der zentralen Unregelmäßigkeiten allein durch diesen Schnitt erreicht werden. (Fig. 4) Diese Verfahren gelten nur für Stadium I und II, da bei weiter fortgeschrittenem Konus die entstehende Hornhautnarbe nicht stabil genug ist, dem Fortschreiten der Krankheit Einhalt zu gebieten.
(Link): Abstrakt Veröffentlichung zur Zirkulären Keratotomie (englisch):
Circular Keratotomy to Reduce Astigmatism and Improve Vision in Stage I and II Keratoconus Stadium II - IIIBei sehr starker konusbedingter Kurzsichtigkeit und Hornhaut-verkrümmung kann in die cirkuläre Keratotomie eine Hornhautscheibe eingenäht werden. Diese Scheibe wird mit dem Excimer-Laser auf die Werte des Patienten bzw. der Patientin geschliffen und beseitigt einen Großteil der Fehlsichtigkeit. Dieses Verfahren heißt Epikeratophakie (EPI). (Fig.5) Veröffentlichung zur Epikeratophakie Live Epi for Keratoconus (Link)Stadium IIIIm Stadium III empfehlen wir die Durchführung einer tiefen lamellären Keratoplastik (TLKP). Bei diesem Verfahren wird nur die erkrankte Hornhaut, d.h. die oberen Schichten bis zur Innenschicht, in einem Bereich von 7-8 mm entfernt und durch eine gesunde Hornhaut ersetzt. Des Patienten eigene Hornhautinnenschicht bleibt erhalten. Dies gelingt bei etwa 92% der Patienten. Das verwendete Verfahren ist die hier entwickelte Wasserkissentechnik. Dieses Verfahren ist ein dauerhaftes Verfahren, das den Konus heilt. (Fig.6) Eine dauerhafte Heilung ist aber nie gegeben, wenn eine perforierende Keratoplastik (PKP) durchgeführt wird oder werden muss, da hierbei nur eine Lebensdauer des Transplantats zwischen 5 und 15 Jahren erwartet werden kann. Eine zusätzliche Stadium IVWenn das Stadium IV vorliegt, führen wir eine PKP mit der Implantation eines Titanrings durch. Dadurch gelingt es, die Hornhautverzerrungen und – verkrümmungen, die sonst bei diesem Verfahren zu erwarten sind, und die zu schlechtem Sehvermögen führen können, in fast allen Fällen zu vermeiden. Tiefe Lamelläre Keratoplastiken werden in Deutschland nur an einigen wenigen Kliniken durchgeführt. Die Argumente dagegen sind fast immer, dass das Sehvermögen nicht so gut würde wie bei perforierenden Keratoplastiken. Dies ist bei unseren Patienten keineswegs der Fall. Das optische Ergebnis der tiefen lamellären ist so gut wie das der perforierenden Keratoplastiken. Unsere Statistik mit sehr großen Fallzahlen zeigt vollständig gleiches Verhalten des Sehvermögens wie der Zylinderwerte bei perforierenden wie bei lamellären Keratoplastiken. (Fig.8) Eine weitere Möglichkeit den Keratokonus zu stoppen – neben der cirkulären Keratotomie – ist das Crosslinking mit Riboflavin. Dieses Verfahren kann nur angewendet werden, wenn die Hornhautdicke überall noch mindestens 380µm beträgt. Diese Operation ist schmerzhaft, verbessert selten das Sehvermögen, sondern erhält das Stadium des Keratokonus, in dem es angewendet wurde. Die Kosten der cirkulären Keratotomie und der Epikeratophakie werden von den gesetzlichen Kassen nicht übernommen. Die lamelläre Keratoplastik sowie die perforierende
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