Veröffentlichung 2008 TLKP vs. PKP

In den Klinischen Monatsblättern Vol. 225

Zum Thema:

Tiefe lamelläre Keratoplastik vs. perforierende Keratoplastik:

Klinische und statistische Analyse



Abstrakt:

ZIEL:

Die verschiedenen Verfahren und Ergebnisse der tiefen lamellären Keratoplastik (TLKP) werden hinsichtlich der postoperativen Visusregeneration, der Zylinderwerte und der Komplikationen sowie des Endothelverhaltens klinisch und statistisch untersucht und mit gleichen Werten der perforierenden Keratoplastik (PKP) verglichen. Es stellt sich die Frage, ob die TLKP eine gleichwertige oder bessere Alternative zur PKP bei Indikationen mit intaktem Endothel darstellt, beantwortet werden kann.

PATIENTEN UND METHODE:

Eine konsekutive TLKP-Serie über 166 Fälle wird hinsichtlich des Visus, des Astigmatismus, der Refraktionsstabilität und der Endothelzellzahlen (EZZ) verglichen mit einer konsekutiven Gruppe von 566 PKP-Fällen. Die Operationen erfolgten in einem Zentrum durch den gleichen Operateur (JK) mit gleichem Instrumentarium, dem geführten Trepansystem (GTS) und dem TLKP-Set (Geuder, Heidelberg), alle im Durchmesser von 8 mm. Fixation des Transplantats mit einer Ausnahme alle mit der doppelt verlaufenden Antitorquenaht. Alle Fälle der TLKP und der PKP wurden als Gesamtgruppen analysiert, dann Subgruppen für Keratokonus und Endothelzellzahlen gebildet; diese Untergruppen erfassen 135 TLKP- und 76 PKP-Patienten.

ERGEBNISSE:

Der postoperative Visus verhält sich für beide Gesamtgruppen der TLKP und PKP über die gesamte Beobachtungszeit von 5 Jahren gleich. Ein statistisch signifikanter Unterschied wird für die ersten 3 Monate zugunsten der TLKP gefunden (Median 0,5 zu 0,35, p = 0,001), wohingegen für beide Gruppen nach 6 Monaten bis 5 Jahren keine statistisch signifikanten Unterschiede festgestellt werden können. In den Subgruppen TLKP versus PKP bei Keratokonus sind alle Visus-Medianwerte vom 1. Monat bis 5. Jahr nicht statistisch signifikant different. Zwischen dem ersten und zweiten Jahr werden maximalen Visen von 0,7 erreicht. Die Analyse der Endothelzellzahlen ergibt sowohl für den Vergleich der Gesamtgruppen wie der Untergruppen Keratokonus für alle Zeitpunkte hoch signifikante Unterschiede zugunsten der TLKP. Eine stabile EZZ lässt eine unbegrenzte Lebenszeit des Transplantats annehmen.

SCHLUSSFOLGERUNG:

Da nach den hier analysierten Daten keine klinischen Unterschiede in den Ergebnissen Visus oder Astigmatismus zwischen TLKP und PKP gefunden werden, muss der TLKP gegenüber der PKP der Vorzug gegeben werden, wenn normale Endothelzellzahlen präoperativ vorliegen.



Sie können diese Arbeit beim Verlag Thieme einsehen:

Die komplette Arbeit kann hier bestellt werden.